Erinnerst Du Dich auch manchmal noch an das Kind, das Du mal warst? Dieses Kind, welches früher vielleicht stundenlang selig an einem Weidezaun stehen und Pferde einfach nur wunderwunderschön finden konnte. Das Kind, das noch nichts wusste von den vielen Entscheidungen, die man als Pferdebesitzer/in treffen muss und von all dem, was man sich an Wissen und Fähigkeiten aneignen muss, um seinem Pferd gerecht zu werden. Das Kind, das noch nichts von dem Unrecht und dem Mist ahnte, welcher Pferden oft widerfährt (und von dem leider immer noch so viele behaupten, das es sein muss, obwohl das absolut nicht stimmt).

Ich weiß noch sehr genau, wie glücklich ich früher war, wenn ich Pferde einfach nur sehen oder Ponys streicheln durfte. Pures, unbeschwertes Glück. Und wenn ich tatsächlich sogar mal auf einem sitzen durfte, war das wie Weihnachten und Geburtstag zusammen!

Gerade weil das Leben als Pferdebesitzer (und überhaupt) eben manchmal ganz schön „ernst“ ist und es manchmal auch verdammt schwer ist, gut für ein Pferd zu sorgen, ist es meiner Erfahrung nach sehr hilfreich, sich hin und wieder ein bisschen etwas von dieser kindlichen Unbeschwertheit zurückzuholen. Immer mal wieder für einige Momente alles zur Seite schieben, was die Seele belastet und unser Herz öffnen. Pferde – ob nun krank oder gesund, ob einfach oder schwierig – sind ja immer auch noch genau das, was wir damals in ihnen sahen: zauberhafte und wundervolle Wesen, die wir aus tiefstem Herzen lieben. Das nie zu vergessen und mich immer wieder bewusst mit meiner unbedarften, freien und verspielten Liebe zu Pferden (… und eben auch zum Leben!) in Kontakt zu bringen, ist für mich eine großen Kraftquelle geworden, vor allem dann, wenn der Weg holprig ist, die Sorgen groß sind und die endlos vielen Entscheidungen drohen, ein bisschen zu viel zu werden …

Unbeschwertheit – Tania Konnerth

Foto von Horst Streitferdt