In diesen Tagen immer wieder ganz bewusst gegensteuern, um sich nicht herumwirbeln zu lassen im Stress. Immer wieder innehalten, um aus dem reinen Reagieren herauszukommen. Nicht mehrmehrmehr, sondern weniger, viel weniger von allem. Nicht lauter, sondern leiser. Nicht noch härter werden, sondern weicher. Nicht dicht machen, sondern sich öffnen. Nicht länger erzwingen wollen, sondern dem Leben Raum geben, uns etwas von sich aus zu geben.

Für mich wird meine Zeit bei den Pferden immer öfter zu einer Insel im oft so fordernden Alltag, in dem jeder und alles etwas von einem will – Entscheidungen, Handlungen, Aktionen, Stellungnahmen, Meinungen und… und… und…

Wenn ich aus dem Auto steige, betrete ich eine andere Welt. Ich lasse los, was war, und tauche ein in das, was ist. Runde Augen, weiche Nasen, Winterplüsch und Heuduft. Frische Luft und Weite. Ich atme tief durch und werde mir bewusst, wie flach ich bis dahin geatmet hatte. Eines der Pony schnaubt ab, denn sie merken alles.

Und ich komme zu mir.

Innhalten – Tania Konnerth