Neulich fuhr ich durch dichte Nebelfelder zu meinem Pferd. Da ich gerade wieder mal etwas in Sorge um Anthony war, dachte ich darüber nach, dass der Nebel eigentlich eine recht passende Metapher für Sorgen ist: Sorgen nehmen uns – genau wie der Nebel – die klare Sicht. Das Blickfeld ist eingeschränkt und wir können den Weg nicht mehr klar vor uns sehen. Wir wissen gleichsam nicht, wohin die Fahrt geht. Die fehlende Weitsicht verunsichert und drückt aufs Gemüt.

Im Nebel ist sehr wichtig, zunächst das Tempo herauszunehmen. Und das gilt auch für Sorgenphasen: Nicht einfach weiterrasen ohne Sicht, nicht auf die erstbesten Zurufe hören, nur weil man denkt, da weiß jemand, wo es lang geht, und nicht sofort zugreifen, wenn einem jemand etwas hinhält.

Lieber erst einmal langsamer werden, vielleicht sogar stehenbleiben und innehalten, um genau hinschauen und hinfühlen zu können. Nur so können wir Entscheidungen treffen, die angemessen sind, und solche Entscheidungen bestehen nicht immer in Aktionen, sondern manchmal auch im Abwarten und Geschehen lassen, was nicht immer einfach ist.

Das Gute ist, dass sich Nebel immer auch wieder lichtet. Sorgen werden wir leider meist nicht so schnell wieder los, vor allem dann nicht, wenn die Auslöser dafür nicht sofort zu beseitigen sind. Umso wichtiger ist es, gerade in Sorgenzeiten immer wieder zu sich zu kommen, gut für sich zu sorgen und Aktionismus zu vermeiden.

Sorgen sind wie Nebel